BVB – sportlicher Erfolg ist nicht planbar

Finanzieller aber schon. Und deshalb legen die Vorstände des BVB keine Ziel- sondern eine Risikoplanung ihrem Haushalt zugrunde. Die gesicherten Einnahmen für die laufende Saison reichen aus, um bei Platz 4 in der Bundesliga, Ausscheiden in Runde 2 des DFB-Pokals und Totalausfall in der Championsleague tief schwarze Zahlen zu schreiben.

Wer die Ziele tief genug ansetzt, hat beste Chancen, sie zu übertreffen. So bescherrten die überraschenden Erfolge in der Vorrunde der Championsleague und die Qualifikation für die KO-Runde bereits 8,5 Mio nicht eingeplanter Einnahmen. Zusammen mit der TV-Verwertung wird der BV mindestens 43,8 Mio aus der CL erlösen, eine Steigerung von über 70% gegenüber dem Vorjahr. Es bestehen gute Aussichten, im lukrativen Fortgang des Wettbewerbs weitere Umsätze zu erzielen.

Eine sehr gute Aufschlüsselung, wie das Geschäft mit der Champions League funktioniert, findet sich hier.

echte Liebe

Das Geschäft mit Gefühlen ist profitabel.

Die Substanz des Unternehmens sieht inzwischen sehr solide aus.
Seit dem Rückkauf des Signal Iduna Parks 2006 wurden die Verbindlichkeiten im Konzern von 191 Mio auf 47 Mio zurückgeführt. Das Unternehmen strebt eine zügige, vollständige Entschuldung an. Vorstand Hans-Joachim Watzke nannte auf der Hauptversammlung stille Reserven von 200 Mio im Kader, der mit nur 27 Mio aktiviert ist. Die Marke „Borussia Dortmund“ generierte in der letzten Saison 80 Mio Umsatz aus Werbung und Merchandising.

Die Marktkapitalisierung von 163 Mio wirkt zu niedrig, auch ohne den Peergroup-Vergleich mit anderen, überwiegend abstrus hoch bewerteten, europäischen Clubs zu bemühen.

Ein großer Nachteil ist freilich, dass in der Konstruktion der Gesellschaft letztlich nicht die Aktionäre das Sagen haben, sonder der gleichnamige Verein. Besonders wird dies bei der knausrigen Dividende spürbar, wenn man sie mit den üppigen Prämien für das „Double“ an alle Mitarbeiter des Konzerns vergleicht.

Der Durchbruch auf internationaler Ebene eröffnet nun deutliches Wertsteigerungspotential, sowohl hinsichtlich der laufenden Einnahmen als auch in Bezug auf den Wert des Kaders auf dem Transfermarkt. Die Kontinuität in der sportlichen Leitung mit Sportdirektor Michael Zork und Trainer Jürgen Klopp bietet in Zusammenhang mit inzwischen drei CL-Plätzen plus einem CL-Qualifikationplatz für die Bundesliga beste Chancen, dass der BVB es schaffen wird, sich nach dem Vorbild FC Bayern München  nachhaltig im internationalen Geschäft zu etablieren.

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Eine Antwort auf BVB – sportlicher Erfolg ist nicht planbar

  1. pantarhei sagt:

    Ivan Perisic geht für 7,5-8 Mio nach Wolfsburg. Vor Steuern erzielt der BVB einen Gewinn von 3,9-4,4 Mio mit einem Reservespieler. Zusätzlich werden für die 2. Jahreshälfte die Personalkosten und Abschreibungen um geschätzt 1,5 Mio entlastet. An diesem Beispiel zeigt sich, wie wertsteigernd der Verein auf den Kader wirkt.

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