innotec – noch besser auf den zweiten Blick

Ich habe mir jetzt in Ruhe den GB angeschaut.

Wenn man nach den aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge geht, werden die Zukunftsaussichten für Innotec seit 2008 immer schlechter:
Aktiviert wurden (in Mio€)
2008 :5,5
2009:4,4
2010:3,8
An fehlenden Verlustvorträgen liegt das nicht.
2010 wurden auf folgende VV keine latenten Steuern angesetzt:
KöST : 10,9 (nach 11,5)
GewSt: 5,1 (starker Schwund nach 15,6 2009 !).
Auf der letzten HV wurde die Minderung der Aktivierung zu Recht kritisiert. Erklärung Link: Ja wir waren bei der Aufstellung im März wegen der Krise noch sehr vorsichtig.
Für die weitere Minderung im Abschluß 2010 gibt es mE nur eine Erklärung:
Man wollte das Ergebnis 2010 nicht noch höher ausfallen lassen und daher hat man einen latenten Steueraufwand (0,5 Mio) fabriziert, obwohl eine Aufstockung der Aktivierung und damit ein latenter Steuererlös näher an einem realen Bilanzbild gewesen wäre.
Zur Verdeutlichung:
Die AG hatte (ohne hier steuerirrelavanten außerordentlichen Aufwand) 2010 ein Vorsteuerergebnis von 9,45. Bei der Steuerrate 29,5% wären darauf 2,79 Mio Steuern zu zahlen. Weil die 1. Gewinnmillion ganz mit Verlustvorträgen verrechnet wird und der übersteigende Betrag zu 60% , fielen aber nur rund 1 Mio an Steuern an. Die Verlustvortäge führten also in der AG 2010 zu einer Steuerersparnis von 1,79 Mio.
Die 2010 aktivierten 3,8 Mio Steuerersparnis durch VV sollen für die nächsten 5 Jahre sein, sind aber nur das 2,1 fache des realen Wertes für 2010 !
Falls man das Mauern 2011 nicht nochmal steigert, ist also (bei ähnlichem Vst.-Ergebnis) eine ebenso geringe, eigentlich eine noch kleinere Steuerquote 2011 zu erwarten.

Ergebnisschätzung 2011:
Aussage QI -Bericht:

„Eine Hochrechnung der Steigerungsraten in Bezug auf den Umsatz für das
Gesamtjahr ist deshalb unrealistisch. Zudem haben sich die Kostenrelationen
durch gestiegene Betriebskosten sowie insbesondere gestiegene
Materialbeschaffungspreise verschlechtert. Demzufolge ist von sinkenden
Ergebnismargen auszugehen. Ungeachtet dessen sehen wir aufgrund der
hervorragenden Aufstellung unserer Unternehmen nunmehr für den
Gesamtkonzern ein annähernd hohes Ergebnisniveau wie im Geschäftsjahr 2010
als möglich an. Voraussetzung dafür ist jedoch ein vergleichbar starkes
Herbstgeschäft wie im Vorjahr. „

Es ist leider unklar, auf welche Kennzahl sich „ein annähernd hohes
Ergebnisniveau “ bezieht.

Vermutlich EBIT, da die sinkende Zinslast nicht erwähnt wird.
Unter dieser Voraussetzung:

EBIT: 11,7 (wie 2010)
Zinsen -1,4 (nach -1,6 2010)
EBT 10,3
Steuerquote 15,5 (Ist 2010 war 15,8)
EAT: 8,7
EPS: 0,91
KGV nach Dividendenabschlag bei Kurs 6,35 (-0,35): 6,6

Fazit: stark unterbewertet

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